Schwetzinger Zeitung am Montag, 14.05.2012

Hier macht Zuhören richtig Spaß

Von unserer Mitarbeiterin Marion Brandenburger

"Alive", der junge Chor des Singkreises Schwetzingen, präsentierte am Samstagabend sein erstes Konzert im Danzi-Saal der Musikschule Schwetzingen. Jung ist er im wahrsten Sinne des Wortes, denn "Alive" gibt es seit knapp eineinhalb Jahren. Chorleiterin Vera Pfannenstiel gelang es in der kurzen Zeit, ein harmonisches Ensemble aufzubauen. Das am Samstag präsentierte Repertoire nötigte einigen Respekt ab.

Die Sängerinnen und Sänger präsentierten sich als engagierter Chor, der mit Spaß und viel Herzblut bei der Sache ist. Mit "Live is Life" gelang ein spritziger Auftakt, das israelische "Hava Nagila" gab einen Vorgeschmack auf die Musikalität des Chores. Das Programm war kunterbunt und bot von Klassik über Folklore bis hin zu Pop und Filmmusik eine ansehnliche Bandbreite. Die Moderation des Konzertes übernahm Ulrike Eisenmann, die in ihrer Ansage Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stücken lieferte.

 

Verkleidung inklusive

Die Männerstimmen von "Alive" trugen innig "Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren" vor und beim "Kriminaltango" erschienen sie im Trenchcoat und Hut und lieferten eine köstliche Performance ab. Natürlich gab es ein paar wenige Patzer, die aber mit Humor und sängerischer Begeisterung wettgemacht wurden. Ludmila Hertel begleitete den Chor souverän am Flügel.

Dirigentin Vera Pfannenstiel tanzte begeistert vor ihrem Chor und motivierte die Sänger zur Höchstleistung. Mit zwei Soli bewies die quirlige Chorleiterin, dass sie eine tolle Sopranstimme hat. Ein russisches Medley und das melancholische "Hijo de la luna" belohnte das Publikum mit viel Applaus.

Danach ging es für die Zuhörer in die Karibik mit einem Reggae "The Scat Calypso" und dem Lied "Un poquito Samba". Der Chor sang und tanzte mit Elan und Begeisterung, alles war in Bewegung, selbst im Publikum wippten die Füße im Takt.

Zur "Abkühlung" gab's vor der Pause noch klassische Beiträge: Mozarts "Wiegenlied" arrangierte Vera Pfannenstiel beschwingt jazzig. Beethovens "Mondscheinsonate", intoniert von Ludmila Hertel am Flügel und Vera Pfannenstiel am Keyboard, erhielt ein ganz neues musikalisches Gewand, Ulrike Eisenmann sprach einen einfühlsamen Text über die Entstehung dieses Werkes dazu.

Technik setzt keine Glanzlichter

"Ich hätt' getanzt heut Nacht", mit dieser bekannten Musicalmelodie aus "My fair Lady" eröffnete "Alive" den zweiten Teil des Abends. Die Titelmusik aus dem bekannten Fernsehmehrteiler "Dornenvögel" und dem Ohrwurm "I will follow him" aus dem Film "Sister Act" bekamen reichlich Beifall. Mit "Siya hamba" holte sich der Chor auch ein Gospel ins Programm. Ein wenig verwunderte die Licht- und Tontechnik an diesem Abend im Danzi-Saal, denn die Sänger standen ab und zu einmal unbeabsichtigt im Dunkeln. Ein wenig mehr Professionalität hätten die Akteure auf der Bühne von dieser Seite verdient.

Bekannte Lieder gab es noch einige im Programm, etwa "The Rose" von Bette Midler und Rex Gildos charmantes "Küsse von Dir". Michael Jacksons "Earth Song" und Vangelis' "Conquest of Paradise" beschlossen das Konzert. Das begeisterte Publikum forderte noch eine Zugabe ein, diesen Wunsch erfüllte "Alive" gerne. Doch auch danach blieb ein Appetit auf mehr - bleibt zu hoffen, dass Vera Pfannenstiel und ihr Chor bald wieder ein Konzert gestalten.